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Budget 2026 genehmigt

Die Versammlung der Kantonalen Kirchlichen Körperschaft (kkK) hat am Samstag, 13. Dezember 2025, das Budget 2026 verabschiedet. Die kkK sieht sich mit einer angespannten Finanzlage und komplexen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits strebt sie weiterhin nach Effizienz beim Einsatz ihrer Mittel, andererseits befasst sie sich mit umfassenderen Überlegungen zur Finanzierung der kantonalen Seelsorge.

Das Budget 2026 der kkK wurde im Sinne der im Dezember 2024 vorgestellten Fünfjahresfinanzplanung 2025–2029 erstellt. Mit einem Beitrag der Pfarreien von CHF 9’678’670 weist es gegenüber 2025 einen Rückgang von CHF 74’000 (-0,75 %) auf. Marc Joye, Mitglied des Exekutivrats und Finanzverantwortlicher, betonte, dass das Erstellen dieses Budgets ein echter Balanceakt gewesen sei und dass alle Beteiligten grosse Anstrengungen unternommen hätten.

Wie der Präsident der Versammlung, Bernhard Altermatt, betonte, steht die Pflicht zur verantwortungsvollen Verwaltung der Ressourcen oft im Widerspruch zum Streben nach Solidarität: sei es die Solidarität zwischen der kkK und den Pfarreien oder die zwischen der kkK und den Pfarreien einerseits und dem Bistum andererseits. «Diese Spannungen werden in Krisenzeiten spürbar. Sie führen zu schmerzhaften Verwerfungen, bieten aber auch die Gelegenheit, über die zu setzenden Prioritäten nachzudenken und die Richtigkeit dessen zu bewerten, was normalerweise nicht zur Debatte steht.»

Marc Joye, Mitglied des Exekutivrates, verantwortlich für die Finanzen

Sorgen um die Finanzen der kkK und des Bistums

Die 101. Versammlung war geprägt von langen Diskussionen über den Beitrag für das Bistum. Der ursprüngliche Antrag des Bistums in Höhe von CHF 815’000 konnte aufgrund der allgemeinen Haushaltsbeschränkungen nicht erfüllt werden. Der Exekutivrat schlug vor, den Betrag von 2025, d. h. CHF 700’000, beizubehalten und einen einmaligen Beitrag von CHF 50’000 für das Archiv des Bistums hinzuzufügen, dessen Zustand dringende und umfangreiche Arbeiten erfordert. Die Delegierten des Bischofs schlugen durch Melchior Etlin vor, diesen Beitrag um CHF 100’000 oder alternativ um CHF 65’000 zu erhöhen, entweder durch die Anpassung des Beitragssatzes der Pfarreien an die kkK, die Kürzung anderer Ausgaben im Budget oder durch die Reduktion des Eigenkapitals. Die Vorschläge wurden dreimal von der Versammlung abgelehnt, wenn auch mit einer bei jeder Abstimmung leicht sinkenden Mehrheit. Somit beläuft sich der Gesamtbeitrag für das Bistum, wie vom Exekutivrat vorgeschlagen, für 2026 auf CHF 750’000.

Aufruf zur Vorsicht

In seinem Bericht zum Budget wies der Exekutivrat darauf hin, dass sich die finanzielle und wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 erheblich verschlechtert hat. Die finanziellen Mittel werden überall gekürzt, auch seitens des Staates, der gezwungen ist, seine Subventionen zu reduzieren, während der Bedarf im sozialen Bereich immer dringlicher wird. Budgetkürzungen im Sozialbereich und in der Diakonie sind nicht wünschenswert, da sie die Schwächsten treffen würden, also diejenigen, die am meisten Hilfe benötigen.

Obwohl ein nicht unerheblicher Teil des Budgets auf Personalkosten entfällt, hält der Exekutivrat eine substanzielle Kürzung kurz- und mittelfristig für keine Option. Der Bedarf an Diakonie (z. B. in Pflegeheimen, Schulen und Spitälern), aber auch in der Spezialseelsorge (z. B. für Menschen mit Behinderung) oder in der Jugend-, Strassen- und Migrantenseelsorge nimmt zu. «Dies zwingt uns, mehr Personal bereitzustellen, ohne dass die Beteiligung des Staates oder Dritter ausreichend angepasst wird.»

Die Seelsorge muss sich wandeln

Im Herbst dieses Jahres hat das Bistum mehrfach und in verschiedenen Foren die Eckpunkte seiner pastoralen Vision vorgestellt, um die Pastoral für die Zukunft gut aufzustellen. Zu den unvermeidlichen Veränderungen gehört die Überarbeitung der Verteilung der kultischen und pastoralen Aufgaben mit der Förderung von lebendigen pastoralen Orten sowie die stärkere überregionale und kantonale Koordination. Damit einher gehen auch Anpassungen der Aktivitäten auf territorialer Ebene, mit verschiedenen Auswirkungen, wie Marc Joye hervorhob: «Erstens werden dadurch die überpfarreilichen Aufgaben erhöht und damit auch die Finanzen der kkK. Zweitens muss der Finanzplan überarbeitet und ein ganzheitlicher Ansatz für die Seelsorge verfolgt werden. Die kategoriale oder transversale Seelsorge und die territoriale Seelsorge müssen gemeinsam und nicht mehr getrennt wie heute betrachtet werden. Drittens muss die Art und Weise der Kostenverteilung zwischen den Pfarreien überprüft werden. Die finanzielle Lage der Freiburger Pfarreien ist insgesamt nach wie vor sehr gesund. Das Problem liegt in den enormen Unterschieden zwischen den Pfarreien.»

Die Delegierten begutachten an der Versammlung das Budget

Mehr Sicherheit in der Finanzplanung

Zudem hat die Versammlung die Verordnung über die Begrenzung der Beiträge der Pfarreien an die kkK verabschiedet. Diese Verordnung soll die bei der im letzten Oktober verabschiedeten Statutenrevision eingeführten Mechanismen konkretisieren. Bernhard Altermatt fasste das Ziel unter Bezugnahme auf die Erläuterungen des Präsidenten der Sonderkommission, Matthieu Canevascini, zusammen: «Die Verordnung verpflichtet den Exekutivrat, mit einer Fünfjahres-Finanzplanung zu arbeiten. Dies erhöht die Zuverlässigkeit der Planung. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren eine grössere Flexibilität als die derzeitige Ausgabenbremse. Es basiert insbesondere auf einer zukunftsorientierten Projektion, anstatt sich starr an den Zahlen der Vergangenheit zu orientieren.»

Die Delegierten haben in erster Lesung auch einer Änderung der Verordnung über die Förderung von Pfarreifusionen zugestimmt. Sie haben die Frist für die Gewährung von Finanzhilfen im Falle eines Zusammenschlusses um fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2032 verlängert. Zur Erinnerung: 1998 zählte der Kanton Freiburg 144 Pfarreien, gegenüber 127 im Jahr 2017, 114 im Jahr 2021 und derzeit 105.

Caritas Freiburg unterstützten

Da die kkK den Gürtel enger schnallen muss, hat sie erneut auch ihren Beitrag an die Caritas kürzen müssen. Angesichts dieser Situation hat der Präsident der Pfarrei St Theres, Joachim Tedie, einen eindringlichen Aufruf zur Solidarität mit Caritas lanciert. Im Namen der Delegierten von Saane-See hat er die Pfarreien dazu aufgerufen, eine finanzielle Geste zur Unterstützung eines der wichtigsten Hilfswerke des Kantons zu leisten, um diese Reduktion auszugleichen. «Wir dürfen die ausgestreckte Hand der Kirche nicht zurückweisen. Die Caritas ist ein Werk der katholischen Kirche, das von der gesamten Kirche des Kantons unterstützt werden muss. Diese Unterstützung zu kürzen, steht im Widerspruch zum Evangelium. Wie können wir Nächstenliebe predigen, wenn wir die Nächstenliebe dort einschränken, wo sie wirkt?»