Die Arbeit des Bistums langfristig sichern und die Strukturen der Kirche neu beleben
Veröffentlicht am17 März 2026
„Die Aktivitäten des Bistums müssen nachhaltig sein, um an die Zukunft zu denken“, betonte Benoît Badoud, der neue Ökonom des Bistums, der zusammen mit Bischof Charles Morerod an der Versammlung der Kantonalen Kirchlichen Körperschaft (kkK) am 14. März 2026 teilnahm. Die Delegierten verabschiedeten zudem das Reglement zur Förderung von Pfarreizusammenschlüssen.
Nach intensiven Diskussionen über die Höhe der Beteiligung der Pfarreien an den Betriebskosten des Bistums lud der Vorsitz der Versammlung den Diözesanbischof ein, die Komplexität der im Bistum geleisteten Arbeit vorzustellen. In Begleitung von Benoît Badoud, dem neuen Ökonomen des Bistums, nutzte Bischof Charles Morerod die Gelegenheit, die zahlreichen Aufgaben des Bistums und deren Kosten darzulegen. Wie Bernhard Altermatt, Präsident der Versammlung der kkK, betonte, bestanden die Hauptziele dieser Einladung darin, eine direktere Kommunikation mit dem wichtigsten Entscheidungsgremium der kkK zu fördern und einen ersten Schritt in Richtung grösserer Transparenz hinsichtlich der Finanzen des Bistums zu machen.
Benoît Badoud gab einen allgemeinen Überblick über das Budget des Bistums, das sich auf rund 3,5 Millionen Franken beläuft. Es wird zu 59 % von den Verbänden und Körperschaften der Kantone im Bistum gedeckt, entsprechend der Anzahl der Gläubigen und der erwirtschafteten Mittel. Die kirchliche Körperschaft des Kantons Freiburg übernimmt etwas mehr als ein Drittel. 19 % stammen aus an Dritte weiterverrechneten Löhnen und eigenen Erträgen; 9,5 % sind Zuschüsse anderer Instanzen; 6 % stammen aus Immobilienerträgen; Kollekten machen 5,5 % und Spenden 0,6 % aus; der Rest resultiert aus Finanzerträgen.
Bischof Charles Morerod, Bischof der Diözese, und Benoît Badoud, der neue Verwalter des Bistums
Was wird aus diesem Budget finanziert?
Mgr. Charles und Benoît Badoud stellten anschliessend die Hauptaufgaben des Bistums und deren Gewichtung im Budget vor. Derzeit hat der Bereich Prävention und Umgang mit Missbrauch mit 21 % das grösste Gewicht. Die Verantwortlichen betonten, dass gerade die Prävention den Grossteil der Kosten verursacht. Das Offizialat, das sich mit verschiedenen kanonischen Verfahren befasst, darunter Ehenichtigkeitsverfahren, macht 8 % des Budgets aus. Laut Benoît Badoud „erfordert ein typischer Fall von Ehenichtigkeit etwa 150 Arbeitsstunden für das Bistum, trotz der Einführung eines beschleunigten und vereinfachten Verfahrens durch Rom.“
Kommunikation, Kanzlei, Ausbildung, Aufsicht über Stiftungen, Archivverwaltung, Immobilienverwaltung und pastorale Aktivitäten (z. B. die Feier von Firmungen) machen jeweils zwischen 4 und 7 % des Budgets aus. Benoît Badoud wies darauf hin, dass „das Bistum keine Immobilienagentur ist, aber seine Gebäude erhalten und aufwerten muss, wodurch einige willkommene Einnahmen generiert werden.“
Mehr Transparenz
Der Diözesanökonom hob die Komplexität der Arbeit des Bistums hervor, die insbesondere auf die Verarbeitung und Verwaltung von Informationen zurückzuführen ist, an der oft mehrere Abteilungen beteiligt sind. Benoît Badoud führte das Beispiel der 200 in der Diözese gefeierten Hochzeiten an, die eine strenge Nachverfolgung der Akten erfordern. „Hinzu kommen 500 Hochzeiten, die ausserhalb der Diözese gefeiert werden, bei denen mindestens einer der beiden Ehepartner bei uns wohnhaft ist. Die Vorbereitung dieser Akten erfordert viel Zeit für Recherchen in alten, manchmal auch ausländischen Registern sowie für die Aufbereitung von Informationen, die von Behörden übermittelt werden, die nicht alle die gleiche Genauigkeit und Qualität wie unsere eigenen aufweisen.“
Die Redner, die nach der Präsentation das Wort ergriffen, dankten dem Bischof herzlich für die erhaltenen Informationen. Um dem Wunsch der Pfarreien nach mehr Transparenz nachzukommen, bereitet der Diözesanökonom einen Geschäftsbericht vor, der in den kommenden Monaten erscheinen soll.
Pfarreifusionen fördern
Im Anschluss an einen Überblick von Christian Bussard, Mitglied des Exekutivrats der kkK, bekräftigten die Delegierten den Willen, die Fusion von Pfarreien zu erleichtern, indem sie das Reglement zur Förderung von Pfarreifusionen verabschiedeten. Dieses Reglement verlängert die Frist für die Inanspruchnahme finanzieller Unterstützung um fünf Jahre, also bis zum 31. Dezember 2032. Mit dieser Massnahme setzt die kkK eine bewährte Praxis fort, die darauf abzielt, Pfarreien zu unterstützen, die eine Fusion in Betracht ziehen. Ziele sind eine Bündelung der pastoralen und administrativen Ressourcen sowie eine bessere Abstimmung zwischen den Lebensräumen des Alltags und denen der Kirche auf lokaler und regionaler Ebene.
Gemäss dem Bericht des Exekutivrats haben die Fördermechanismen für Fusionen dazu geführt, dass die Zahl der Pfarreien von 144 im Jahr 1998 auf 127 im Jahr 2017, auf 114 im Jahr 2021 und heute auf 105 gesunken ist.
Abschliessend äusserte der Präsident der Versammlung, Bernhard Altermatt, den Wunsch, dass die Zahl der Pfarreien in naher Zukunft so weit sinken möge, dass jede Pfarrei direkt im parlamentarischen Organ der kantonalen katholischen Kirche vertreten sei. Dies ist derzeit nicht der Fall, was den Informationsfluss zu den Pfarreiräten erschwert.
Vereidigung
Frau Francine Uldry wurde als neue Delegierte vereidigt und ersetzt damit Frau Élisabeth Michaud-Wicht.
Text & Fotos: Véronique Benz
Kommunikationsdienst
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